2026-06-11
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Südkoreanische Polizei durchsucht Wahlkommission nach Stimmzettelknappheit bei Kommunalwahl

Ermittler führen Durchsuchungen in nationalen und regionalen Wahlbüros durch, nachdem Gerichte die Sicherung von Beweisen nach Berichten über unzureichende Stimmzettel an 26 Wahlständen angeordnet haben.

2026-06-11·Taiwan·Zusammengefasst aus 2 Quellen
a group of people outside a building
Photo: Ernie Journeys / Unsplash · illustrative

Südkoreanische Staatsanwälte und Polizei führten am Mittwoch koordinierte Durchsuchungen der Zentralen Wahlkommission und mehrerer regionaler Wahlbüros durch und verschärften damit eine formale Untersuchung einer Stimmzettelknappheit, die die Abstimmung bei der Kommunalwahl der vorigen Woche störte.

Behörden einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe, die auf Anordnung von Präsident Lee Jae-myung eingerichtet wurde, führten gleichzeitig Such- und Beschlagnahmemaßnahmen an mehreren Orten durch. Ein Polizeisprecher sagte, Ermittler würden eine umfassende Überprüfung durchführen, wie die Knappheit aufgetreten ist und wer Verantwortung trug.

Die Störung betraf mindestens 26 Wahllokale im ganzen Land, einschließlich Standorte in Seoul und Incheon. Wähler an diesen Orten sahen sich entweder erheblichen Verzögerungen gegenüber oder gingen, ohne ihre Stimme abgegeben zu haben, nachdem das Personal die notwendigen Wahlmaterialien aufgebraucht hatte.

Die regierende Demokratische Partei Koreas erzielte trotz der Kontroverse einen überzeugenden Sieg bei der Kommunalwahl vom 3. Juni und eroberte 12 der metropolitanen und provinziellen Gouverneursposten des Landes. Kritiker haben dennoch eine vollständige Aufrechnung der Stimmzetteldefizite gefordert und argumentiert, dass die Unregelmäßigkeiten das Vertrauen in das Ergebnis untergruben.

Der Rundfunksender PTS betonte die Fairness-Dimension der Krise und wies darauf hin, dass ein Seouler Gericht die Aufbewahrung von Stimmzetteln und Überwachungsaufnahmen aus einem Wahllokal in dem Jamsil-Gebiet des Songpa-Distrikts als Beweis angeordnet hat. Die Nachrichtenagentur CNA konzentrierte sich auf das Ausmaß der Ermittlungsmaßnahmen und hob hervor, dass die Durchsuchungen sowohl die zentrale Kommission als auch lokale Büros gleichzeitig ins Visier nahmen.

Südkoreas Wahlverwaltungsinfrastruktur galt historisch als zuverlässig, was die Knappheit ungewöhnlich und politisch empfindlich machte. Die Vorfälle treten zu einem Zeitpunkt auf, in dem Präsident Lee, der die Präsidentschaft nach einer Zeit politischer Turbulenzen, einschließlich einer kurzlebigen Erklärung des Kriegsrechts durch seinen Vorgänger, gewann, verstärkter Kontrolle über institutionelle Integrität ausgesetzt ist.

Ermittler haben bisher keine Ergebnisse bekannt gegeben oder Verdächtige identifiziert. Es bleibt unklar, ob die Knappheit aus logistischem Fehler, administrativem Versagen oder etwas Absichtlicherem resultierte.

Der Anordnung des Seouler Gerichts zur Beweissicherung zufolge behandelt die Justiz die Angelegenheit ernst, und das Ergebnis der gemeinsamen Untersuchung wird voraussichtlich die öffentliche und politische Debatte darüber prägen, ob Wahlergebnisse in Frage gestellt oder erneut überprüft werden sollten.