2026-06-10
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Politik

Ottawa verlängert Feuerwaffenamnestie um 90 Tage nach Urteil des Obersten Gerichts zur Verbotsanfechtung

Die Carney-Regierung hat ihr umstrittenes Verbot von Handfeuerwaffen und Sturmgewehren erneut aufgeschoben, indem sie die Amnestiezeit an eine bevorstehende Entscheidung des Obersten Gerichts, die im nächsten Jahr erwartet wird, gebunden hat.

2026-06-10·Kanada·Zusammengefasst aus 2 Quellen
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Photo: Kunal Saha / Unsplash · illustrative

Die kanadische Bundesregierung hat eine Amnestie für Besitzer verbotener Feuerwaffen verlängert und die Gnadenfrist direkt an das bevorstehende Urteil des Obersten Gerichts von Kanada über eine Rechtsanfechtung des Verbots geknüpft. Die Verlängerung bedeutet, dass Besitzer der betroffenen Waffen erst 90 Tage nach dem Urteil des Gerichts strafrechtlich verfolgt werden können, wobei die Entscheidung frühestens 2025 erwartet wird.

Die Amnestie deckt Kanadier ab, die Handfeuerwaffen und Sturmgewehre besitzen, die durch Verordnungen der vorherigen Liberalregierung verboten wurden. Statt ein festes Kalenderdatum festzulegen, hat Ottawa die Amnestie-Frist nun an den Gerichtsverfahren gebunden und setzt damit die Durchsetzung des Verbots aus, während die verfassungsrechtliche Gültigkeit vor Kanadas höchstem Gericht anhängig bleibt.

Die Entscheidung des Obersten Gerichts, die Anfechtung zu prüfen, stellt eine bedeutende Entwicklung in einer Politik dar, die seit ihrer Einführung mit wiederholten rechtlichen und politischen Hindernissen konfrontiert ist. Mit der Annahme des Falls hat das Gericht signalisiert, dass es prüfen wird, ob die Bundesregierung befugt war, diese Waffen durch Verordnung statt durch vollständige parlamentarische Gesetzgebung zu verbieten.

Die National Post charakterisierte die Verlängerung als das neueste Hindernis in einer lange verzögerten und umstrittenen Politik, wobei sie die Amnestie als weiteren Rückschlag für Waffenkontrollmaßnahmen darstellte, die auf nachhaltigen Widerstand stoßen. The Globe and Mail dagegen präsentierte den Schritt in eher neutralen verfahrensmäßigen Begriffen und beschrieb ihn als praktischen Schritt, um das Rechtsverfahren vor einer Wiederaufnahme der Durchsetzung abzuwarten.

Befürworter von Waffenrechten und Oppositionskritiker argumentieren, dass das ursprüngliche Verbot ohne angemessene parlamentarische Aufsicht verhängt wurde – ein Anliegen, das im Zentrum der Anfechtung des Obersten Gerichts steht. Unterstützer des Verbots argumentieren, dass die angestrebten Waffen inakzeptable Risiken für die öffentliche Sicherheit darstellen und dass die Regierung in Ausübung ihrer bestehenden Regelungsbefugnisse handelte.

Das Verbot befindet sich seit mehreren Jahren in rechtlicher und politischer Schwebe, wobei aufeinanderfolgende Amnestien die Durchsetzung verzögerten, während Gerichtsverfahren das System durchliefen. Mit der Annahme des Falls bringt der Oberste Gerichtshof den Rechtsstreit an seinen endgültigen gerichtlichen Ort, und sein Urteil wird für untergeordnete Gerichte und die Regierung bindend sein.

Bis das Gericht urteilt und das 90-Tage-Fenster schließt, sehen sich Besitzer der betroffenen Feuerwaffen keinem strafrechtlichen Risiko für einfachen Besitz gegenüber. Unklar bleibt, ob die Regierung bei einem endgültigen Sieg schnell ein Beschlagnahme- oder Rückkaufprogramm durchführen würde oder ob weitere legislative Schritte erforderlich wären.

Das Urteil könnte entweder die Befugnis der Bundesregierung, die Waffen durch Verordnung zu verbieten, bestätigen oder Ottawa zwingen, ein vollständiges parlamentarisches Mandat zu suchen – ein Prozess, der angesichts der aktuellen politischen Zusammensetzung des Unterhauses auf einem unsicheren Weg läge.