2026-06-11
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FIFA-Weltmeisterschaft 2026 startet: Marokkanischer Song wird Viraltrend, Italien fehlt

Die erste Weltmeisterschaft über drei Länder verteilt nimmt Fahrt auf — ein marokkanisch geprägtes Lied wird zum Millionen-Hit, während der italienische Fußball mit einer Governance-Krise kämpft.

2026-06-11·Italien·Zusammengefasst aus 2 Quellen
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Photo: Jack Hunter / Unsplash · illustrative

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 startete offiziell am 11. Juni mit dem ersten Gruppenspiel zwischen Mexiko und Südafrika und eröffnete ein Turnier von beispiellosem Ausmaß — das erste, das gemeinsam von den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko in 16 Städten über drei Zeitzonen hinweg ausgetragen wird.

Noch bevor der erste Ball gespielt wurde, war der kulturelle Fußabdruck des Turniers bereits global sichtbar. "Siir Siir", das marokkanisch geprägte offizielle Lied der Sängerin Nora Fatehi und des französischen Rappers Vegedream, erreichte in weniger als 48 Stunden nach seiner Veröffentlichung mehr als 31 Millionen Aufrufe — ein Signal für die kommerzielle und kulturelle Reichweite, auf die die Organisatoren beim erweiterten Turnier mit 48 Teams setzen.

Die Eröffnungsspiele finden vor dem Hintergrund großer Vorfreude bei Fans der Gastgeberländer in Nordamerika statt, wo die logistische und Übertragungs-Infrastruktur des Turniers jahrelang vorbereitet wurde. Das Format mit drei Gastgebernationen bedeutet, dass die Reisedistanzen zwischen den Austragungsorten alle bisherigen Ausgaben des Wettbewerbs weit in den Schatten stellen.

Für den italienischen Fußball trägt der Anlass jedoch einen bitteren Hauch. Italiens A-Nationalmannschaft verpasste die Qualifikation, was die Azzurri zum zweiten Mal hintereinander dazu zwingt, von der Seitenlinie aus zuzuschauen — eine Demütigung, die laut der italienischen Sportzeitung il Giornale durch einen ungelösten Governance-Streit im Inland verschärft wird. Das Blatt beschrieb die Stimmung als eine der "Malinconia" — Schwermut — während Italiener die Eröffnung des Turniers ohne ihre Mannschaft betrachteten.

Der innenpolitische Streit dreht sich um einen Konflikt zwischen Italiens Sportminister Andrea Abodi und dem Präsidenten des Italienischen Olympischen Komitees Giovanni Malagò über Zulassungsregeln im Italienischen Fußballverband (FIGC). Der Disput betrifft, wer für die Wahl zur Leitung des italienischen Fußballs kandidieren darf — ein Verfahrenskonflikt, den Kritiker als Spiegelbild der tieferen strukturellen Mängel bezeichnen, die zu Italiens aufeinanderfolgenden Weltmeisterschafts-Ausfällen führten.

Das Format mit drei Gastgebernationen wurde von der FIFA teilweise zur Umsatzmaximierung und teilweise als geopolitische Aussage vergeben, indem das Turnier in Nordamerika vor dem hundertsten Jahrestag der Vereinigten Staaten im Jahr 2026 verankert wird. Befürworter argumentieren, dass das Modell die Reichweite des Sports vergrößert; Kritiker haben Bedenken hinsichtlich der Umweltkosten interkontinentaler Reisen und der Abschwächung der klassischen Weltmeisterschafts-Atmosphäre geäußert, wenn Spiele über einen Kontinent verteilt werden.

Mit 48 Teams, die in diesem Zyklus zum ersten Mal antreten — gegenüber 32 in der Vergangenheit — ist die Gruppenphase für kleinere Fußballnationen nachsichtiger. Nach Aussage der FIFA wird diese Veränderung die globale Teilnahme verbreitern, aber Puristen argumentieren, dass sie die Qualität der frühen Runden schwächt.

Abzuwarten bleibt, ob das erweiterte Format und das mehrstädtische Spektakel die Art von Definitionsmomenten erzeugen kann, die vergangene Turniere ikonisch gemacht haben. Das Eröffnungsspiel Mexiko gegen Südafrika ist der erste Test, ob das Spiel auf dem Platz die bereits laufende Werbedynamik außerhalb des Platzes erreichen kann.