USA starten zweite Angriffswelle gegen Iran – Ölpreise über 95 Dollar
Eine neue Serie von amerikanischen Marineflugkörper-Angriffen hat die Energiemärkte erschüttert und führte zum Verschwinden von drei indischen Besatzungsmitgliedern nach einem Tankerangriff vor der omanischen Küste.
Das US-Zentralkommando bestätigte am Mittwoch, dass amerikanische Streitkräfte eine weitere Angriffsserie gegen mehrere Ziele im Iran durchgeführt hatten, nachdem bereits am Tag zuvor ein erster Angriff erfolgt war. Die nachfolgende Operation stellt eine erhebliche Eskalation der direkten militärischen Konfrontation zwischen Washington und Teheran dar.
Nach Angaben von NHK teilte Präsident Donald Trump amerikanischen Medien mit, dass in der zweiten Angriffswelle ungefähr 49 Tomahawk-Marineflugkörper eingesetzt worden waren. Die Präzisions-Landangriffssysteme zielten auf mehrere Standorte innerhalb des iranischen Territoriums ab, doch die genaue Natur dieser Ziele wurde in offiziellen Mitteilungen nicht vollständig offengelegt.
Nach Angaben der Japan Times stieg Brent-Rohöl infolge der Nachrichten über die fortgesetzten Angriffe um mehr als zwei Prozent und wurde kurzzeitig über 95 Dollar pro Barrel gehandelt, während West Texas Intermediate sich 93 Dollar näherte. Die Preisgewinne kehrten sich teilweise um, nachdem Berichte besagten, dass die amerikanische Angriffskampagne abgeschlossen worden war – ein Zeichen, dass die Märkte eher die Risiken eines prolongierten Konflikts als eines isolierten Schlagabtauschs einkalkulierten.
Eine separate und potenziell gravierende Entwicklung ereignete sich in der Nähe von Oman, wo die Mainichi Shimbun berichtete, dass US-Streitkräfte einen Tanker in Gewässern vor der omanischen Küste angegriffen hatten. Drei indische Besatzungsmitglieder wurden nach diesem Vorfall vermisst gemeldet, was die humanitären Dimensionen der breiteren militärischen Konfrontation verdeutlichte.
Die Angriffe und der Tankerunfall haben die Aufmerksamkeit erneut auf die Straße von Hormuz gelenkt, durch die ungefähr ein Fünftel der weltweiten Öltransporte per Seeschiff verlaufen. Jede anhaltende Behinderung des Schiffsverkehrs in der Region könnte langfristige Folgen für die globalen Energiepreise haben, die weit über die unmittelbare Marktreaktion hinausgehen.
Öffentliche Rundfunkanstalten und gemäßigte Nachrichtenmedien haben die Ereignisse unterschiedlich dargestellt. Die Berichterstattung der NHK konzentrierte sich auf die operativen Details der Marineflugkörper-Stationierung und den sequenziellen Charakter der Angriffe, wobei die bewusste Eskalation durch die US-Streitkräfte hervorgehoben wurde. Die Japan Times betonte die wirtschaftliche Dimension durch Berichte über Marktvolatilität und die Zerbrechlichkeit eines möglichen Waffenstillstands, während die Mainichi-Berichterstattung die menschlichen Kosten durch die vermissten Besatzungsmitglieder hervorhob.
Der Hintergrund der Angriffe liegt in langfristigen Spannungen über das iranische Nuklearprogramm und seine regionalen Proxy-Netzwerke, Spannungen, die die beiden Länder regelmäßig an den Rand eines offenen Konflikts gebracht haben. Ein zweitägiger Austausch direkter Angriffe markiert einen qualitativen Bruch mit den verdeckten und Proxy-Konfrontationen, die die Beziehung seit Jahrzehnten geprägt haben.
Unklar bleibt, ob die Beendigung der Angriffe eine absichtliche Pause signalisiert, um diplomatische Ausstiegsoptionen zu ermöglichen, oder lediglich eine taktische Ruhepause vor weiteren Maßnahmen ist. Das Schicksal der drei vermissten indischen Besatzungsmitglieder, das volle Ausmaß der Schäden an iranischen Zielen und Teherans beabsichtigte Reaktion bleiben alle ungeklärt, was sowohl die Energiemärkte als auch die regionalen Regierungen unter Druck hält.