Französischer Popstar Patrick Bruel wegen Vergewaltigungsvorwürfen angezeigt – Staatsanwaltschaft fordert Untersuchungshaft
Die Staatsanwaltschaft Nanterre fordert formelle Anklageerhebung und Untersuchungshaft für den Sänger wegen Vorwürfen von neun Geschädigten über einen Zeitraum von fast einem Jahrzehnt.
Der französische Sänger Patrick Bruel wurde am Mittwoch an die ermittelnden Richter verwiesen, nachdem die Staatsanwaltschaft Nanterre seine formelle Anklageerhebung wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexueller Belästigung forderte. Die Staatsanwälte forderten gleichzeitig, dass er während der Ermittlungen in Untersuchungshaft genommen wird.
Die angeblich begangenen Taten sollen zwischen 2010 und 2019 stattgefunden haben und betreffen neun Geschädigte. Die Staatsanwälte haben die Eröffnung einer förmlichen gerichtlichen Untersuchung gefordert – im französischen System als »information judiciaire« bekannt –, die, wenn sie von einem Untersuchungsrichter genehmigt wird, den Ermittlern umfangreiche Befugnisse zur Beweissammlung und Erzwingung von Aussagen geben würde.
Ein weiterer Satz angeblicher Vorfälle mit dreizehn weiteren Personen wurde ebenfalls, wie Le Figaro berichtet, an die Akte angehängt, obwohl diese Vorwürfe außerhalb der Verjährungsfrist fallen und daher nicht Gegenstand einer strafrechtlichen Verfolgung wären. Ihre Einbeziehung ist beabsichtigt, um der Gesamtuntersuchung Kontext zu geben.
Die Staatsanwaltschaft Nanterre bestätigte die Verweisung in einer Stellungnahme, die am Mittwochmorgen veröffentlicht wurde, wie France 24 berichtet. Die Entscheidung, gleichzeitig Untersuchungshaft zu fordern, ist bemerkenswert; französische Gerichte wenden solche Maßnahmen in Fällen an, in denen Ermittler der Ansicht sind, dass ein Risiko der Zeugenbeeinflussung, Flucht oder Wiederholungstat besteht.
Die Berichterstattung französischer Medien konvergierte in den Kernfakten, unterschied sich aber in der Gewichtung. Le Monde und France 24 stellten die Breite der Vorwürfe und die Untersuchungshaft-Anforderung als Indikatoren für die Schwere des Falls in den Vordergrund. Le Figaro lieferte zusätzliche Details zu den verjährten Beschwerden und präsentierte ein vollständigeres Bild des Umfangs der von den Ermittlern zusammengetragenen Akte.
Bruel, 65, gehört zu Frankreichs bekanntesten Popkünstlern, mit einer vier Jahrzehnte andauernden Karriere und Dutzenden Millionen verkauften Schallplatten. Er hat auch umfangreiche Arbeit als Schauspieler und Fernsehpersönlichkeit geleistet, was den Fall zu einem der prominentesten macht, die aus der Welle von Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens hervorgegangen sind, die in den letzten Jahren das französische öffentliche Leben umgestaltet haben.
Im französischen Verfahren stellt eine mise en examen – formelle Anklageerhebung – keine Schuldsfeststellung dar; sie signalisiert, dass ein Untersuchungsrichter ausreichende Gründe gefunden hat, einen benannten Verdächtigen zu untersuchen. Ein Prozess würde nur folgen, wenn die Untersuchung letztendlich genug Beweise hervorbringt, um den Fall an ein Strafgericht zu übermitteln.
Die Untersuchungsrichter, vor denen Bruel am Mittwoch präsentiert wurde, werden entscheiden, ob sie die Anträge des Staatsanwalts annehmen. Es bleibt unklar, wann diese Entscheidung erlassen wird, ob Bruels Rechtsteam gegen die Untersuchungshaft-Anforderung Einspruch erhebt, oder wie lange eine daraus resultierende gerichtliche Untersuchung dauern könnte.