Erde ist auf Kurs, 1,5°C-Erwärmungsmarke um 2030 zu durchbrechen, warnt internationale Studie
Ein großes Konsortium von Klimaforschern bestätigt, dass das ehrgeizigste Temperaturziel des Pariser Übereinkommens wahrscheinlich in den nächsten vier Jahren überschritten wird.
Eine am Mittwoch veröffentlichte neue internationale Studie hat bestätigt, dass die durch menschliche Aktivitäten verursachte Erderwärmung die im Pariser Übereinkommen von 2015 festgelegte Schwelle von 1,5°C um etwa 2030 überschreiten wird, was den Debatten über das Tempo und die Ambition von Klimaschutzmaßnahmen neue Dringlichkeit verleiht.\n\nDie am 11. Juni veröffentlichte Forschung ist bereits die vierte Ausgabe einer internationalen Gemeinschaftsinitiative zur Verfolgung wichtiger Klimaindikatoren. Nach den Ergebnissen hatte der Anstieg der globalen Temperatur, der auf menschliche Aktivität zurückzuführen ist, 2025 bereits 1,37°C über dem vorindustriellen Niveau erreicht.\n\nBei diesem Anstiegstempo prognostiziert die Studie, dass die 1,5°C-Marke – das strengere der beiden im Pariser Übereinkommen festgelegten Temperaturgrenzen – in etwa vier Jahren überschritten wird, was sie zu einer der präzisesten Prognosen zur zeitlichen Bestimmung dieses Meilensteins macht.\n\nLe Monde stellte die Studie hauptsächlich als Bestätigung dar, was die wissenschaftliche Gemeinschaft lange erwartet hatte: dass das 1,5°C-Ziel, einst als mit aggressiven Emissionsreduktionen erreichbar angesehen, in diesem Jahrzehnt überschritten wird. Das Medium betonte die Bedeutung des Rahmens des Pariser Übereinkommens und merkte an, dass 1,5°C schon immer sein ehrgeizigster Zweck war.\n\nLibération legte größeres Gewicht auf das Tempo der Wärmeakkumulation und beschrieb die Erde als ein System, das Wärme in beispiellosem Tempo aufnimmt. Das Medium stellte die bloße Größenordnung des physischen Energieungleichgewichts in den Vordergrund, das nun im Klimasystem registriert wird, und interpretierte die Ergebnisse nicht nur als Maß der Temperatur, sondern auch als Ausdruck beschleunigter planetarischer Belastung.\n\nDie 1,5°C-Schwelle trägt besonderes Gewicht, da wissenschaftliche Bewertungen, darunter auch solche des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen, sie als kritische Grenze identifiziert haben, jenseits derer die Risiken extremer Wetterereignisse, Meeresspiegelanstieg und Ökosystemkollaps im Vergleich zur ebenfalls im Pariser Übereinkommen festgelegten 2°C-Obergrenze wesentlich zunehmen.\n\nWährend das Überschreiten von 1,5°C in einem einzigen Jahr nicht von sich aus einen permanenten Bruch darstellen würde – die Schwelle ist formal in Bezug auf Langzeitmittelwerte definiert – haben Wissenschaftler gewarnt, dass jeder Bruchteil eines Grades zusätzlicher Erwärmung Konsequenzen festlegt, die Jahrhunderte andauern werden.\n\nUnsicher bleibt, ob die Ergebnisse neue Dynamik in internationale Klimaverhandlungen bringen oder Spaltungen zwischen Ländern über Verantwortung und das Tempo der Energiewende vertiefen werden. Die Veröffentlichung der Studie trägt zu einem wachsenden Bestand an Belegen bei, dass die derzeitigen nationalen Zusagen weit unterhalb dessen liegen, was erforderlich wäre, um die Erwärmung auf die im Pariser Übereinkommen vereinbarten Niveaus zu begrenzen.