Coupang mit Rekordgeldstrafe von 409 Millionen Dollar wegen Datenverletzung belegt
Südkoreas Datenschutzbehörde verhängte gegen den E-Commerce-Riesen Coupang die größte Geldstrafe für Personendaten in der Landesgeschichte – das Unternehmen kündigte an, gegen die Entscheidung vor Gericht vorzugehen.
Südkoreas Kommission zum Schutz persönlicher Informationen finalisierte am Mittwoch eine Rekordgeldstrafe von 624,7 Milliarden Won – etwa 409 Millionen US-Dollar – gegen den E-Commerce-Riesen Coupang wegen einer Datenverletzung persönlicher Informationen von etwa 37,5 Millionen Kunden. Die Strafe, die während einer Plenarsitzung des Regulators genehmigt wurde, stellt die größte Datenschutzstrafe dar, die jemals in dem Land verhängt wurde.
Die Entscheidung der Kommission betrifft die Offenlegung persönlicher Informationen von mehreren Millionen Coupang-Nutzern, deren Daten in dem, was Regulatoren als schwerwiegende Nachlässigkeit bei der Datenverwaltung bezeichneten, kompromittiert wurden. Der Umfang der Datenverletzung – die mehr als ein Drittel der südkoreanischen Gesamtbevölkerung betraf – unterstrichen die Schwere des Vorfalls.
Zum Vergleich: Der bisherige Rekord für eine Datenschutzstrafe in Südkorea war eine Geldstrafe von 134,8 Milliarden Won gegen SK Telecom im letzten Jahr, nachdem eine separate Datenverletzung etwa 23,24 Millionen Kunden betroffen hatte. Coupangs Geldstrafe ist mehr als viermal so hoch.
Coupang äußerte Bedauern über die Entscheidung der Kommission und erklärte, dass es die offizielle schriftliche Entscheidung abwarten würde, bevor es rechtliche Schritte unternimmt. Das Unternehmen gab an, dass es den Bescheid durch offizielle Gerichtsverfahren anfechten will und darauf abzielt, die Fakten rund um den Vorfall klarzustellen.
Der öffentliche Rundfunk KBS präsentierte die Entscheidung in erster Linie als eine bahnbrechende Durchsetzungsaktion, die die Bereitschaft der Regulatoren signalisiert, erhebliche Strafen auf große Technologieunternehmen zu verhängen. Segye Ilbo hob Coupangs kämpferische Reaktion und seine ausdrückliche Absicht hervor, die Entscheidung rechtlich anzufechten, und gab der Perspektive des Unternehmens mehr Gewicht.
Coupang ist eine der größten E-Commerce-Plattformen Südkoreas und ein herausragender Akteur der Digitalwirtschaft des Landes. Der Umfang der betroffenen Nutzerbasis warf Fragen über die Praktiken der Datenverwaltung bei großen Online-Einzelhändlern und die Angemessenheit bestehender Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Verbraucherinformationen auf.
Die Geldstrafe wird nicht vollstreckbar, bis Coupang die offizielle schriftliche Bestimmung der Kommission erhält, woraufhin die Einreichungsfrist für eine Berufung des Unternehmens beginnt. Ob die Strafe reduziert, bestätigt oder aufgehoben wird, hängt von Gerichtsverfahren ab, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen könnten.
Der Fall wird von Rechtsexperten und Technologieunternehmen, die in Südkorea tätig sind, aufmerksam verfolgt, da das Ergebnis wichtige Präzedenzfälle setzen könnte, wie großflächige Datenverletzungen unter Südkoreas Datenschutzrahmen künftig verfolgt und bestraft werden.