Südkoreanische Aktien schwanken unter Druck der Nahost-Spannungen
Der KOSPI schwankte am Donnerstag zwischen starken Verlusten und kurzen Erholungen, fiel zeitweise um mehr als 4 Prozent, bevor die Verluste abgebremst wurden.
Südkoreas Leitindex erlebte am Donnerstag eine volatile Handelssitzung, schwankend zwischen deutlichen Verlusten und teilweisen Erholungen, während anhaltende Spannungen im Nahost die globalen Finanzmärkte weiterhin verunsichern.
Der KOSPI eröffnete mit einem Minus von 221,20 Punkten oder 2,86 Prozent bei 7.509,62. Der Index vertiefte seine Verluste im frühen Handel und sank bis auf 7.394,46 — ein Rückgang von 4,35 Prozent — bevor er sich teilweise erholte. Am späten Vormittag notierte der Index bei etwa 7.561 und zeigte damit einen Tagesverlust von rund 2,20 Prozent.
Das technologielastige KOSDAQ-Composite fiel auch bei der Eröffnung, sank um 14,46 Punkte oder 1,52 Prozent auf 937,17. Der südkoreanische Won schwächte sich gegen den US-Dollar ab und verschärfte damit den Druck in einem bereits angespannten Handelsumfeld.
Segye Ilbo charakterisierte das Handelgeschehen des Tages als sprunghaft und ziellos und verwies auf wiederholte Umkehrungen zwischen Gewinnen und Verlusten, während Anleger nach Halt suchten. Die öffentliche Rundfunkanstalt KBS World konzentrierte sich auf das faktische Ausmaß des Rückgangs und hob hervor, dass der Druck sowohl die Large-Cap- als auch die technologieorientierten Indizes erfasste.
Die anhaltende Unsicherheit aufgrund der laufenden Entwicklungen im Nahost wird als Haupttreiber der Risikovermeidungsstimmung angeführt, die die asiatischen Aktienmärkte erfasst. Anleger sind zunehmend vorsichtig gegenüber möglichen Störungen der Energieversorgungsketten und einer breiteren geopolitischen Instabilität — Faktoren, die normalerweise dazu führen, dass sich Kapital von Anlagen mit höherem Risiko abwendet.
Südkoreas Aktienmärkte sind besonders anfällig für externe Schocks angesichts der starken Abhängigkeit des Landes von Exporten und Energieeinfuhren. Ein schwächerer Won verschärft die Bedenken durch steigende Importkosten, besonders für Öl, das Südkorea fast ausschließlich aus dem Ausland bezieht.
Es blieb am späten Vormittag unklar, ob sich die teilweise Erholung in die Nachmittagssitzung hinein behaupten würde. Analysten beobachteten, ob sich der KOSPI über dem 7.500er-Niveau stabilisieren könnte, das während des Ausverkaufs psychologische Bedeutung gewonnen hat.
Weitere Marktrichtung dürfte von Entwicklungen im Nahost und eventuellen Signalen globaler Zentralbanken oder Rohstoffmärkte abhängen. Bis sich das geopolitische Bild klärt, sagten Trader, dürften breite Kursschwankungen innerhalb eines Handelstages weiterhin auftreten.