Die Weltmeisterschaft kehrt nach Nordamerika zurück – unter Rekordkosten und wachsenden Kontroversen
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 beginnt auf vertrautem Terrain, doch die Organisatoren müssen sich einer Reihe außersportlicher Dramen stellen, die das Ereignis selbst zu überschatten drohen.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 beginnt diesen Monat in Nordamerika und markiert die erste Austragung des Turniers in der Region seit 32 Jahren. Mit sich bringt sie Kosten, die neue Maßstäbe für die Ausgaben bei globalen Sportveranstaltungen setzen. Das Ereignis war schon immer Gegenstand von Kritik; was die Organisatoren möglicherweise nicht voraussahen, war das Ausmaß dieser Aufmerksamkeit, noch bevor der erste Ball gespielt wurde.
Das Turnier – verteilt auf die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko – wird allgemein als das teuerste in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft beschrieben. Das erweiterte Format mit 48 Mannschaften, die größere Zahl von Austragungsorten und Infrastrukturverpflichtungen in drei Ländern haben die Ausgaben auf ein Niveau getrieben, das frühere Editionen bescheiden erscheinen lässt.
Diese chaotische Situation erinnert an die Ausgabe 1994, die ebenfalls in den Vereinigten Staaten stattfand, als die Verfolgungsjagd der Polizei nach O.J. Simpson während des Turniers die mediale Aufmerksamkeit fast völlig dominierte. Drei Jahrzehnte später navigieren die Organisatoren durch eine neue Reihe von Ablenkungen, die einen Schatten über die Vorbereitungen geworfen haben.
Die genaue Natur der aktuellen Kontroversen wird in der Berichterstattung als umfassend beschrieben und betrifft Logistik, Verwaltung sowie die breitere Politik des internationalen Sports. Das Ausmaß der Ausrichtung – Dutzende von Städten über einen Kontinent verteilt – hat operative Komplexitäten mit sich gebracht, die Kritiker zufolge in der Bewerbungsphase unterschätzt wurden.
Befürworter des Turniers weisen auf die historische Gelegenheit hin, drei Nationen unter einem Event zu vereinen, sowie auf das kommerzielle Potenzial des nordamerikanischen Marktes, dem größten ungenutzten Publikum für Fußballs globales Schaufenster. Skeptiker hingegen bezweifeln, ob die Ambition des erweiterten Formats dem Sport selbst zugute kommt oder primär den finanziellen Interessen der FIFA und ihrer Geschäftspartner dient.
Fußball hat in den Vereinigten Staaten seit 1994 erheblich an Bedeutung gewonnen, damals als das Land eine Weltmeisterschaft ohne professionelle Topliga ausrichtete. Die Major League Soccer ist mittlerweile in Dutzenden von Clubs präsent, und die Nationalmannschaft hat ihren Status nach dem Scheitern bei der Qualifikation 2018 wiederhergestellt. Das Turnier 2026 wird weitgehend als Wendepunkt für die langfristige Entwicklung des Fußballs in Nordamerika angesehen.
Ungeklärt bleibt, wie sehr die Turbulenzen vor Turnierstart das Spektakel auf dem Platz oder die Begeisterung der Öffentlichkeit in den Gastländern beeinflussen werden. Frühere Weltmeisterschaften haben demonstriert, dass das Turnier in der Lage ist, selbst Schwung zu entwickeln, wenn der Wettbewerb beginnt, und außersportliches Rauschen zu absorbieren, während der Sport die Oberhand gewinnt.
Ob die Ausgabe 2026 dieses Muster wiederholen kann – und ihre außerordentlichen Kosten rechtfertigt – wird sich zeigen, wenn die Gruppenphase fortschreitet. Vorerst kommt das Turnier sowohl mit dem Gewicht der Erwartung als auch mit einer ungewöhnlich schweren Last ungelöster Fragen an.