Bill Gates sagt dem Kongress aus: Epstein erpresste ihn wegen Affären
Der Microsoft-Mitbegründer sagte in einer nicht-öffentlichen Anhörung vor dem Repräsentantenhaus aus, dass er Epsteins kriminelle Handlungen niemals bezeugt habe und selbst Opfer von Erpressung war.
Der Microsoft-Mitbegründer Bill Gates trat am Mittwoch vor dem House Committee on Oversight and Reform auf, um Fragen von Abgeordneten zu seiner früheren Beziehung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu beantworten. Die Sitzung war nicht-öffentlich, aber Teile von Gates' Eröffnungserklärung und Berichte über die Befragung sind später bekannt geworden.
In seiner Eröffnungserklärung sagte Gates den Ausschussmitgliedern, dass er "niemals Zeuge war noch irgendwelche Hinweise hatte", dass Epstein während der Zeit ihrer Beziehung in laufende strafrechtliche Handlungen verwickelt war. Er sagte auch ausdrücklich: "Ich habe niemandem Unrecht getan," und präsentierte sein Erscheinen als kooperativen Versuch, die breitere Untersuchung des Ausschusses in Epsteins Netzwerk zu unterstützen.
Eine bedeutsame Offenbarung aus der Sitzung war Gates' Anerkennung, dass Epstein ihn wegen außerehelicher Affären erpresst hatte. Gates charakterisierte sich selbst als Ziel von Epsteins angeblicher Erpressung, eine Behauptung, die der bekannten Geschichte zwischen den beiden Männern eine neue Dimension verleiht und erklären könnte, warum Gates nach Epsteins Verurteilung 2008 wegen Prostitutionsstraftaten weiterhin mit Epstein umging.
Der Bericht der Guardian über die Aussage konzentrierte sich auf Gates' Bestreitung jeglichen persönlichen Fehlverhaltens und seine erklärte Bereitschaft, mit dem Kongress zu kooperieren, wobei seine Behauptung der Unwissenheit über Epsteins laufende Verbrechen hervorgehoben wurde. NBC News, das über die gleiche Sitzung berichtete, eröffnete mit der Erpressungs-Offenbarung und der gegnerischen Natur der Befragung, wobei Gates als von Abgeordneten "hart befragt" beschrieben wurde, anstatt einfach befragt zu werden.
Die beiden Darstellungen spiegeln eine Spannung in der Interpretation von Gates' Erscheinen wider: als kooperativer Zeuge, der sich von Epsteins Handlungen distanziert, oder als Machtfigur, die gezwungen wurde, für eine Beziehung Rechenschaft abzulegen, deren vollständige Konturen weiterhin umstritten sind. Keine Darstellung deutet darauf hin, dass die Abgeordneten mit allen Antworten zufrieden waren.
Gates' Verbindungen zu Epstein haben seit Jahren Aufmerksamkeit erregt. Berichte entstanden zunächst um 2019, dass Gates sich nach Epsteins Verurteilung 2008 wegen Sexualstraftaten wiederholt mit Epstein getroffen hatte, einschließlich Besuchen in Epsteins Wohnhaus in Manhattan. Gates hat zuvor gesagt, dass er die Verbindung bereut. Die Untersuchung des Ausschusses ist Teil einer breiteren Kongressanstrengung, das Ausmaß von Epsteins Verbindungen zu wohlhabenden und einflussreichen Personen zu erfassen.
Es bleibt unklar, welche Dokumente oder Mitteilungen der Ausschuss im Zusammenhang mit Gates angefordert hat, oder ob weitere Zeugen in seinem Umkreis zur Aussage aufgefordert wurden. Der Erpressungsvorwurf könnte, wenn er weiter verfolgt wird, Ermittler dazu veranlassen, zu untersuchen, wie Epstein angeblich belastende Informationen erhalten und verwendet hat.
Keine formalen Ergebnisse wurden vom Ausschuss nach der Sitzung am Mittwoch veröffentlicht. Ob Gates aufgefordert wird, für weitere Befragungen zurückzukehren, oder ob die Aussage als Transkript veröffentlicht wird, wurde nicht angekündigt.