NASA-Chef verteidigt ausschließlich männliche Artemis-III-Crew angesichts wachsender Kritik
Administrator Jared Isaacman räumt 'Enttäuschung bis Wut' über die Abwesenheit von Frauen bei der bevorstehenden Mondmission ein, die nach der Mondgöttin benannt ist.
NASA-Administrator Jared Isaacman verteidigte am Mittwoch öffentlich die Auswahl einer ausschließlich männlichen Mannschaft für die Artemis-III-Mission und äußerte sich zu einer Welle von Kritik gegen die Weltraumbehörde wegen der historisch belasteten Auslassung. Die Mission, die auf eine Rückkehr der Menschheit zur Mondoberfläche abzielt, ist nach der griechischen Mondgöttin benannt – ein Detail, das die Ironie für viele Beobachter verschärfte.
Isaacman schrieb auf X und bestätigte die Breite der öffentlichen Reaktion auf die Ankündigung der Mannschaft. 'Ich habe Reaktionen beobachtet, die von Enttäuschung bis zu Wut reichen', schrieb er und signalisierte damit, dass die NASA bewusst war, dass die Entscheidung einen empfindlichen Punkt weit über Fachkreise der Raumfahrtpolitik hinaus getroffen hatte.
Der Administrator verwies auf seine eigene Bilanz bei der Crew-Vielfalt und merkte an, dass er zweimal mit Crews ins All geflogen war, die Frauen einschlossen. Der Verweis schien dazu bestimmt zu sein, seine persönliche Glaubwürdigkeit bei Inklusion zu etablieren, obwohl er sich für ein Missionsaufgebot verteidigte, das dies nicht widerspiegelt.
Die Entscheidung ist besonders heikel angesichts der erklärten Ziele von Artemis. Die NASA hat das Programm lange Zeit als die Bemühung angepriesen, 'die erste Frau und die erste Person of Color' auf den Mond zu bringen – ein Versprechen, das in der Gründungslogik des Programms verankert ist und von Beamten und Kongressabgeordneten wiederholt als Maßstab für Fortschritt zitiert wird.
Die Kritik konzentrierte sich auf die Lücke zwischen diesem erklärten Engagement und der ausschließlich männlichen Zusammensetzung der Artemis-III-Crew. Beobachter aus dem gesamten politischen Spektrum verwiesen auf die Spannung: Während einige dies als Rückzug von einem für die öffentliche Identität des Programms zentralen Meilenstein darstellten, konzentrierten sich andere auf Betriebs- oder Planungsfaktoren, die die NASA bei Crew-Entscheidungen angeführt hat.
Artemis III ist als Testmission für das Mondlandesystem strukturiert, und Beamte der Behörde haben angedeutet, dass technische und Zertifizierungsanforderungen eine Rolle bei der Crew-Zuweisung gespielt haben. Die NASA hat die vollständigen Kriterien, die zum spezifischen Aufgebot geführt haben, nicht öffentlich dargelegt, was einen Teil der Begründung der Behörde vor außenstehender Überprüfung undurchsichtig macht.
Das Artemis-Programm wurde 2017 gegründet und hat bereits wiederholte Verzögerungen, Kostenüberschreitungen und Kontrolle durch den Kongress erlebt. Das Versprechen der Crew-Vielfalt war eine der sichtbarsten öffentlichen Zusagen des Programms und wurde verwendet, um politische Unterstützung zu gewinnen und das neue Mondbemühen von den ausschließlich männlichen Apollo-Missionen der 1960er und 70er Jahre zu unterscheiden.
Es bleibt unklar, ob nachfolgende Artemis-Missionen weibliche Astronauten rechtzeitig einbeziehen werden, um das ursprüngliche Versprechen zu erfüllen. Die NASA hat keine festen Crew-Zuweisungen für Artemis IV oder darüber hinaus angekündigt, was die Frage offenlässt, wann – oder ob – die Behörde den Meilenstein erreichen wird, den sie als definierende Ziel des Programms dargelegt hat.