2026-06-10
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Japan verabschiedet Gesetz zur Einführung digitaler Lehrbücher in Schulen bis 2030

Die geänderte Gesetzgebung passierte das Oberhaus und überlässt lokalen Schulbehörden die Entscheidung zwischen Druck-, Digital- oder Hybridformaten.

2026-06-10·Japan·Zusammengefasst aus 2 Quellen
woman wearing black hoodie using smartphone near chalk board
Photo: Maccy / Unsplash · illustrative

Japans Parlament verabschiedete am Dienstag eine Änderung des Schulbildungsgesetzes und ebnete damit den Weg für digitale Lehrbücher in Grund-, Mittel- und Oberschulen im ganzen Land. Die Regierung hat das Fiskaljahr 2030 als Zieldatum für die landesweite Einführung festgesetzt.

Das Gesetz wurde vom Oberhaus mit Mehrheitsvotum verabschiedet und schloss damit seine Passage durch beide Kammern ab. Die Gesetzgebung umfasst die Verwendung von Tablet-Geräten und anderen digitalen Werkzeugen als Ersatz oder Ergänzung zu herkömmlichen gedruckten Lehrbüchern.

Ein zentrales Merkmal des neuen Rahmens ist die lokale Entscheidungsfreiheit. Nach dem geänderten Gesetz bestimmen regionale Schulbehörden – nicht die nationale Regierung – welches Format Schulen in ihrem Bereich einführen. Die verfügbaren Optionen umfassen herkömmliche gedruckte Lehrbücher, vollständig digitale Versionen oder ein Hybridmodell, das beide kombiniert.

NHK – Japans öffentlicher Rundfunk – beschrieb die Gesetzgebung in erster Linie als technologische Modernisierung des Klassenzimmers und betonte das Zieldatum der Regierung für 2030 und die Umstellung auf Tablet-basiertes Lernen. Die Japan Times legte hingegen größeres Gewicht auf die Governance-Struktur und hob die Übertragung von Format-Entscheidungen an lokale Schulbehörden als das definierende Merkmal des neuen Systems hervor.

Die Unterscheidung ist in der Praxis relevant: Ein Hybrid-Ansatz könnte es Schulen ermöglichen, gedruckte Materialien für Fächer oder Altersgruppen zu bewahren, wo Pädagogen oder Forschung darauf hindeuten, dass physische Medien das Verständnis fördern, während digitale Werkzeuge dort eingesetzt werden, wo sie klare Vorteile bieten.

Der Schritt passt in Japans breitere Initiative zur Ausweitung der digitalen Infrastruktur in der öffentlichen Bildung – eine Anstrengung, die nach der GIGA-Schulinitiative der Regierung beschleunigt wurde, die darauf abzielte, jeden Schüler mit einem persönlichen Gerät auszustatten. Trotz erheblicher Hardware-Bereitstellungen sind Lernmaterialien weitgehend in Papierform geblieben.

Mehrere Fragen bleiben vor dem Stichtag 2030 unbeantwortet. Es ist noch unklar, wie Lehrplaninhalte auf digitalen Plattformen standardisiert werden, wie Schulen mit unzureichendem Breitbandzugang unterstützt werden, oder welche Rolle Verlage bei der Entwicklung und Preisgestaltung digitaler Ausgaben spielen werden.

Die Regierung wird in den kommenden Jahren voraussichtlich Richtlinien zur Umsetzung erlassen, und Schulbehörden werden vor dem Stichtag Entscheidungen zu Beschaffung, Lehrerfortbildung und Infrastrukturaufrüstungen treffen müssen.